Im Bürgerhaus Langebrück am Stadtrand von Dresden lud der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Sachsen gemeinsam mit der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt am 16.9.2011 zur Fachtagung "Wieviel Natur braucht Bildung?".
Anhand praxisnaher Vorträge und am Beispiel des preisgekrönten Außengeländes am Fröbelkindergarten Langebrück erhielten die rund 60 Teilnehmer aus Landschaftsarchitekturbüros und Verwaltungen Anregungen, wie die vielerorts noch funktional und naturfern gestalteten Außengelände an Kindergärten und Schulen zu naturbezogenen, inspirierenden Lern- und Lebensorten entwickelt werden können.
In der abschließenden Podiumsdiskussion mit den Referenten und Herrn Salz als Sicherheitsfachgutachter für Spielräume zeigten sich aber auch die Herausforderungen und Hürden in der praktischen Gestaltung von naturnahen Außengeländen: Alte Gewohnheiten und Sicherheitsbedenken bei Trägern und Verwaltungsstellen führen oft dazu, sich auf genormte Spielgeräte, einfache Begrünung und Betonpflasterflächen zu beschränken.
Umfassende Mitwirkung der Pädagogen, Eltern und Kinder ist nicht überall gewünscht. Auch der Drang zur Selbstverwirklichung und Verhaftung in architektonischen Designs kann – so die kritische Anmerkung des Landschaftsarchitekten Bosch – den Planern im Wege sein, die beste Lösung für die Spielräume und deren Nutzer zu finden.
Naturnah gestaltete Spielgelände stellen gewohntes Denken auf die Probe, erfordern Querdenken und einen intensiven Dialog mit allen Beteiligten: Wildrosen können stechen, Ligusters Beeren sind nur für die Vögel unbedenklich aber schwachgiftig für Menschen, Felsensteine fordern nicht nur das motorische Geschick der Kinder, sondern auch die Gelassenheit der Aufsichtspersonen und eine Risikoabwägung der Sicherheitsfachleute heraus.
Nicht alle Fragen konnte diese Tagung beantworten, aber sie lieferte wertvolle Anregungen für eine andere Gestaltung von Spielbereichen für Kinder. Wenn die Ideen bei Entscheidungsträgern, in Ämtern und planenden Büros aufgegriffen werden, so können noch mehr Spielräume für kleine und große Kinder entstehen, die deren Ur-Bedürfnissen nach Spiel, Bewegung, Erholung und Entwicklung entsprechen.